Sanierungen im und am St.-Johannis-Kloster

Von den mittelalterlichen Klöstern in Schleswig–Holstein ist das ehemalige Benediktinerinnen Kloster St.–Johannis als geschlossenes Gesamtensemble besonders nennenswert.

Der Kernbereich – umgeben von mehreren freistehenden Häusern – umfasst neben der Klosterkirche einen Innenhof, den umlaufenden Kreuzgang, den Kapitelsaal und den Remter. Diese Teile des Klosters sind für die Öffentlichkeit zugänglich und werden als Begegnungsstätte für sakrale, konzertante und kulturelle Veranstaltungen vielfältig genutzt.

Die in der Klosteranlage ehemals errichteten Wohnräume der Ordensfrauen dienen heute – ebenso wie die umliegenden Gebäude – vornehmlich Wohnzwecken.

Die gesamte Klosteranlage steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

Vor dem Hintergrund der geringen finanziellen Möglichkeiten des Klosters hat sich der im August 2003 gegründete Freundeskreis 
- als gemeinnützig anerkannter Verein - zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit dem Eigentümer zum Erhalt dieser einzigartigen Klosteranlage beizutragen.
Der Freundeskreis konzentriert sich dabei insbesondere auf Remter, Kapitelsaal und Kreuzgang.
Der Freundeskreis hat durch das Architekturbüro Heike Lambrecht, Schleswig, ein Gutachten in Form eines Schadens- und Maßnahmenberichts erstellen lassen, aus dem konkrete Sanierungsvorschläge abgeleitet werden.
Diese haben auch schon die grundsätzliche Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege gefunden hat.
Die beispielhaft aufgeführten Schadensbilder machen deutlich, dass es erheblicher Anstrengungen bedarf, um Mängel und Schäden im Hinblick auf einen Substanzerhalt zu beseitigen.

Der Sanierungsbedarf von ca. 300.000 € allein für
Remter
Kapitelsaal
Kreuzgang
übersteigt allerdings bei weitem die eigenen Möglichkeiten des Freundeskreises.

Zur Realisierung sind wir deshalb auf finanzielle Hilfe und Unterstützung Dritter angewiesen.


Remter Innenansichten

Im Innenraum weisen Verfärbungen und Abschälungen der Farbbekleidungen, Putzflächen und Rippen auf signifikante Störungen des Feuchtehaushalts hin. Durch Kristallisation von Salzen setzen Schädigungen von Fassung, Putz und Naturstein ein.
Als einziger Raum des Klosters ist der Remter unterkellert.

Erste statische Sicherungsmaßnahmen sind 2005 durchgeführt worden.


Kapitelsaal
Die Außenwandflächen zeigen neben Verfärbungen, Abplatzungen und Fehlstellen auch Risse. Die Wandanschlüsse des Holzfensters und der Eingangstür sind konstruktiv geschädigt.
Die Putzverkleidung an den Innenwänden weist Verfärbungen, Risse und Abplatzungen auf. Umlaufend sind die Sockelbereiche durchfeuchtet.

Kreuzgang
Die Mauerwerksflächen weisen Fehlstellen, Abplatzungen, Risse und Durchfeuchtungen auf. Weitere Schäden sind im Bereich Fenster, Türen und Dachentwässerung erkennbar.
Die Innenwände des Kreuzgangs sind durch Durchfeuchtungen, Verfärbungen und Abplatzungen im Sockelbereich und in der Fläche gekennzeichnet. Die gleichen Schäden sind in den Gewölben erkennbar, die zusätzlich noch Risse aufweisen.

Remter 2006-2007
Außenansicht vor / nach der Restauration
 

Nach Abschluss eingehender Planungen und nachdem mit Hilfe zahlreicher Förderer und Spender ein tragfähiger Finanzierungsplan aufgestellt war, konnte der 1. Bauabschnitt „Außensanierung Remter“ im Dezember 2006 begonnen und Ende April 2007 abgeschlossen werden.  

Planung und Durchführung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich Denkmalpflege (Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, Untere Denkmalschutzbehörde, Schleswig).

 Insgesamt wurden ca. 98.000 € investiert.
Beim Freilegen der Außenwände wurde der ganze Umfang der Schäden erst richtig deutlich. Das Mauerwerk und die Stützpfeiler mussten umfangreich ausgebessert und statisch gesichert werden. Nach dem Schlämmen und Putzen konnte dann ein neuer Anstrich aufgetragen werden. Die Wasserschläge und Pfeilerschrägen wurden - nach historischem Vorbild -  mit Blei abgedeckt.
 
Remter 2009-2010
Innenansichten vor / nach der Restauration
 

Die Planungen für den 2. Bauabschnitt „Innensanierung Remter“ und das erfolgreiche Einwerben von Fördermitteln ermöglichten einen Baubeginn noch kurz vor Weihnachten 2009.

Bei der Bestandsaufnahme
durch einen Restaurator
wurden nur vereinzelt Reste
einer Farbbekleidungen
aus dem 19. Jahrhundert 
gefunden.


Nach Abnahme einer Sockelverkleidung (ca. 165 cm hoch, Gipskarton) und großer schadhafter Putzflächen wurden frühere Fenster- und Türöffnungen sichtbar.

An der Ostwand unter einem Fenster waren noch Reste einer Tapetenbekleidung auf gespanntem Sackleinen sichtbar.










 
In Zusammenarbeit mit dem Restaurator und dem Bereich Denkmalpflege wurde in der Zeit von Anfang Januar bis Ende April 2010 ein abgestimmtes Konzept zum Erhalt der historischen Bausubstanz in nachfolgenden Schritten umgesetzt.

  • Abnahme der alten Dispersions -
    Farbbekleidung im Trockenverfahren
  • Rückbau der korrodierten Nägel und der bitumenhaltigen Flächen an der Südwand
  • Restaurierung und Konservierung der Putze, Rippen, Kapitelle
  • Ergänzung der Fehlstellen mit mehrlagigem Kalkputz
  • Farbgestaltung mit reiner Mineralfarbe in monochrom Weiß
  • Umlaufende Raumtemperierung
    aus Lehmputzbekleidetem Wandflächenheizsystem >>>>>>>
  • Feuchte – und temperaturgesteuerte
  • Regeltechnik 
  • Installationsführung auf Putz.
    Elektro- und Heizungsleitungen hinter abnehmbarer Sockelblende
  • Zusätzliche Stahlrahmenfenster als Kastenfenster >>>>>>>>>>>>>>





Das Vorhaben wurde finanziell gefördert durch:

  • Landesamt für Denkmalpflege
  • Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  • Nospa Kulturstiftung Schleswig-Flensburg
  • Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein
  • Schleswiger Stadtwerke GmbH
  • Schleswig-Holsteinische Genossenschaft des Johanniterordens

Insgesamt wurden ca. 146.000 € investiert.

 

Stellungnahme Landesamt für Denkmalpflege